Card image
MET-Meteorologe Pappas: Windverhältnisse in der Schweiz begünstigen Investitionen
Close close

MET-Meteorologe Pappas: Windverhältnisse in der Schweiz begünstigen Investitionen

November 27, 2023
Vasilis Pappas, leitender Metereologe der MET Group, hat das Potenzial für die Windkraft in der Schweiz untersucht. Anhand der Wetterstatistiken lohne es sich, auch hierzulande in die Technologie zu investieren, lautet sein Fazit.

Quelle: Energate Messenger

Die Analyse der Wetter- und Windsituationen in der Schweiz sei einer der Gründe für die Entscheidung der MET Group gewesen, sich an SwissWinds zu beteiligen (energate berichtete), schreibt Pappas im firmeneigenen Blog.

Aus den einzigartigen landschaftlichen Verhältnissen hierzulande ergibt sich laut Pappas ein komplexes Mosaik aus Stark- und Schwachwindregionen sowie ein breites Spektrum an unterschiedlichen Windrichtungen. "Ein Beweis für die Einzigartigkeit der Schweizer Landschaft sind die für die Region charakteristischen Winde namens Föhn, Bise und Westwinde", führt er aus.

Dass die meisten Windturbinen derzeit in der Westschweiz installiert sind, decke sich teilweise mit den windreichen Standorten gemäss dem Windatlas des Bundesamtes für Energie (BFE). Dieser wurde 2020 publiziert. "Aber auch im Mittelland zwischen Jura und Alpennordseite, in den Föhntälern nördlich der Alpen, entlang der Alpenpässe und in den südwestlichen Regionen nördlich und südlich der Rhone gibt es noch zahlreiche Standorte mit interessantem Windkraftpotenzial", schreibt Pappas weiter.

KI macht Schweizer Verhältnisse berechenbar

Simulationen von Windgeschwindigkeit und Windrichtungen sind laut Pappas für diese und die anderen Standorte in der Schweiz schwieriger als für weniger komplexe Regionen wie Norddeutschland oder die Benelux-Länder. MET verfüge heute aber wie andere auch über fortschrittliche Methoden mit künstlicher Intelligenz.

Wie Pappas weiter ausführt, hat MET diese Methoden für seine Windparks in Bulgarien sowie weitere Projekte eingesetzt. Die richtige Kombination von Messungen und Simulationen sei nicht nur für die Wahl des Standorts wichtig, sondern auch für die Berechnung des Strompreises, der zu verkaufenden Mengen und der zu erwartenden Einnahmen. "Darüber hinaus ist in der Betriebsphase eine möglichst genaue Wettervorhersage wichtig, um die Erträge des Windparks weiter zu optimieren. Auch der Wartungszeitpunkt kann mit Hilfe von mittel- und langfristigen Wettervorhersagen optimal geplant werden."

Stürme am Atlantik prägen auch Schweizer Wetter

In Bezug auf die Schweiz haben die Modelle Pappas zufolge gezeigt, dass der Wind hier zwar weniger stark weht als in Nordwesteuropa. Allerdings sei das nicht durchgehend der Fall. "Es kommt häufig vor, dass Stürme, die vom Atlantik ausgehen, nach Südeuropa kanalisiert werden. Dies führt zu den bekannten Herbst- und Winterstürmen bei Westwetterlagen in der Schweiz", so Pappas.

Er sei überzeugt, dass die Windverhältnisse in der Schweiz Investitionen in die Windenergie begünstigten, heisst es im Beitrag weiter. Dafür spreche auch, dass die Windenergie in der Schweiz vor allem im Winter erzeugt werde, wenn die einheimische Wasserkraft und die Solarenergie weniger produzierten.